Latein

Das Fach Latein hat am Gymnasium Altona eine lange Tradition und kann als 2. Fremdsprache in Klasse 6 gewählt werden. Sobald die Schülerinnen und Schüler mit den sprachlichen Grundlagen und dem römischen Alltag vertraut sind, werden historische, philosophische und auch ästhetische Fragen erfahrbar gemacht und diskutiert. Die Lateiner erwerben am Ende der 10. Klasse das LATINUM – auch heute noch eine wichtige Voraussetzung für viele Studiengänge.

Warum Latein?

Anders als bei die modernen Fremdsprachen wird an das Fach Latein immer wieder die Frage gerichtet, warum es sinnvoll ist, in Zeiten der Globalisierung, Medialisierung und weltweiter Kommunikation noch Latein zu lernen. Darauf gibt es viele Antworten, von denen uns sechs besonders wichtig erscheinen:

Latein fördert Genauigkeit und Konzentration: Gerade in der Schnelllebigkeit unserer Zeit fehlt oft die Ruhe für intensives Nachdenken und genaues Analysieren. Im Gegensatz zu der Hektik und Schnelllebigkeit der täglichen Informationsverwertung vergeht die Zeit im Lateinunterricht langsam. Gefördert werden Konzentration, Genauigkeit und Geduld (was die Nutzung der Neuen Medien natürlich nicht ausschließt).

Latein schult die sprachliche Ausdrucksfähigkeit: Die Unterrichtssprache im Lateinunterricht ist Deutsch. Das Übersetzen steht im Mittelpunkt: Grammatische Regeln und Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache werden bewusst gemacht, um treffend zu formulieren und den Text adäquat wiedergeben zu können. Von der ersten Stunde an wird versucht, die sprachlichen Fertigkeiten im Deutschen erweitern.

Transfereffekte: Die Förderung des logischen Denkens, des ästhetischen Empfindens und des Textverstehens sind nur einige der „Sekundäreffekte", die im Lateinunterricht angestrebt werden - auch das Lernen sämtlicher romanischer Sprachen fällt leichter. Von Latein stammen in direkter Linie die französische, spanische, portugiesische, italienische, rumänische und katalanische Sprache ab. Selbst ca. 70% des englischen Wortschatzes sind lateinischen Ursprungs. Zudem erlernen die Schüler anhand des Lateinischen die Bauelemente nahezu aller Sprachen des europäischen Kulturraumes. Daher sollte die Frage, die sich Schülerinnen und Schüler stellen, nicht lauten: "Spanisch oder Latein?"oder "Französisch oder Latein?", sondern: "Welche Sprache hilft mir, andere Sprachen schneller zu lernen?"

Schließlich fällt es Lateinern leichter, die Bedeutung zahlreicher Fremdwörter, die im täglichen Leben, in Politik, Wirtschaft und Werbung ebenso benutzt werden wie in den internationalen Fachsprachen der Geistes- und Naturwissenschaften, zu verstehen.

Der Erwerb des LATINUMS: Das LATINUM ist an vielen Universitäten und Hochschulen der Bundesrepublik Voraussetzung für das Studium bestimmter Fächer. Dazu gehören alle romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch), Anglistik, Klassische Philologie, Allgemeine Sprachwissenschaften, Neue und Alte Geschiche, Vor- und Frühgeschichte, Archäologie, Theologie, Philosophie, Kunstgeschichte, historische und systematische Musikwissenschaften, Vergleichende Kulturwissenschaften.  

Sehr hilfreich sind Lateinkenntnisse für viele andere Ausbildungs- und Studiengänge in zum Beispiel medizinischen (Arzt/Ärztin, Apothekerin, Heilpraktikerin), juristischen oder naturwissenschaftlichen (Biologie) Bereichen.

Latein und Europa: Latein ist die Sprache, die – von der Antike durch das Mittelalter bis in die Neuzeit und in unsere Gegenwart – Europa miteinander verbindet. Durch die Beschäftigung mit der lateinischen Sprache, mit der Kultur der Griechen und Römer und deren Nachwirken eröffnen wir uns den Zugang zu den gemeinsamen Quellen unserer Sprachen, unseres Denkens, unseres Empfindens, kurz: unseres gesamten Selbstverständnisses. Das ist weitaus weniger abstrakt, als es sich vielleicht anhört: Goethes „Prometheus“ kann man nicht verstehen, wenn man den Mythos nicht kennt, und darüber nachzudenken, warum ein Wort wie mons im Italienischen [monte], Spanischen [monte], Französischen [mons], Englischen [mountain] weiterlebt, im Deutschen aber nicht, ein Wort wie fenestra [Fenster] dagegen schon, heißt auch, sich über den inneren Zusammenhalt Europas klar zu werden.

Projekte: Im Lateinunterricht am Gymnasium Altona arbeiten wir - so oft es geht - in kleineren oder größeren Projekten. Dazu gehören sowohl Projekte, die direkt aus der Unterrichtsarbeit entstehen (Erstellen einer römische Zeitung, Einstudieren einer kleinen Szene) als auch Projekte, die in das Schulleben eingebunden sind. So präsentiert sich das Fach Latein mit Beiträgen auf dem alljährlichen im November stattfindenden Basar oder im Januar zum Tag der offenen Tür. Junge Römerinnen und Römer laden ein zu Brot und Spielen. Sie gestalten eine römische Taverne, wo sie römisches Fingerfood servieren und das Publikum zu verschiedenen, selbst hergestellten römischen Spielen einladen.
Wir unternehmen aber nicht nur Reisen in die Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. So haben die Lateiner unserer Schule römische Spuren am Rhein und an der Mosel verfolgt, haben dem Nachhall der Varus-Schlacht in Kalkriese gelauscht und Museen in Bremen und Berlin besucht.

 

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