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Goldenes Abitur am Gymnasium Altona

Geschrieben von Wolfgang Adamczak am Freitag, 01. April 2016

Im Februar 1966 haben 39 Schüler am Gymnasium für Jungen in Altona ihr Abitur gemacht und wollten nun die Welt erobern. Zwei Parallelklassen mit 22 Schülern im sprachlichen Zweig und 17 Schülern im naturwissenschaftlichen Zweig gab es. Zur Erinnerung: Damals haben 5 Prozent eines Jahrgangs Abitur gemacht. Wolfgang Adamczak, Werner Klösel und Peter Kühl machten sich auf die Suche nach den Klassenkameraden, die teilweise 50 Jahre keinen Kontakt zueinander hatten. Die Suche wurde etwas erleichtert, weil wir ein reine Jungenschule waren und Namensänderungen damals selten waren. Die Resonanz bei denjenigen, die erreicht werden konnten, war sehr ermutigend.

Von den 39 sind 7 leider schon verstorben. Nur einen Mitschüler konnten wir nicht ausfindig machen. 25 sind letztendlich gekommen. Peter Kühl und Wolfgang Adamczak waren vorher in der Schule, um eine Schulführung zu organisieren. Wir wollten mit eigenen Augen sehen, was sich geändert hat (außer der Zahl der Abiturienten und den vielen Mädchen, die überall herumwuselten). Zudem haben wir beiden eine "Kneipenrunde" gedreht, um eine angemessene Lokalität für unser Treffen zu finden.
Als Treffpunkt wurde Montag, 1.2.2016 um 15 Uhr im Stadtcafe Ottensen ausgemacht. Von dort ging es um 16 Uhr zur Schule, wo wir im "Saftladen" mit Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte bedient wurden. Meine Frage an die beiden Damen hinter dem Tresen, wer die Torte gebacken hatte, wurde mit einem Lächeln und "mein Mann" beantwortet. Der erste Unterschied zu früher.
Wir haben uns sehr gefreut, dass der Schulleiter Herr Grübel in den "Saftladen" gekommen war, um uns zu begrüßen. Die große Überraschung war, dass jeder eine Schulmappe mit Kopien von alten Akten zur Erinnerung bekam, u.a. seinen "Bildungsbericht", den wir vor dem Abitur schreiben mussten. Muss man das heute noch machen?
Ich glaube, wir alle haben uns sehr über das "Geschenk" von der Schule gefreut und ich möchte aus meinen Akten zitieren. Mein Vater hatte 1964 um 4 Tage Schulbefreiung für mich gebeten, da ich eine Einladung für die Jugend-Länderpokalspiele des DFB erhalten hatte. Die Antwort des Oberschulrats Dr. Ristau war wie folgt: "Nach Rücksprache mit dem Klassenleiter, der ähnlich wie ich es nicht begrüßt, wenn aus derartigen Gründen Jungen für Spiele beurlaubt werden, deren Spieler zum großen Teil aus Berufstätigen bestehen, wird dennoch der Urlaub befürwortet, weil es sich um einen Jungen handelt, dessen Leistungen im oberen Viertel der Klasse liegen und dessen Gesamthaltung einwandfrei ist." Daran sieht man, wie sich die Zeiten geändert haben!!!
Unser Dank gilt auch Frau Nyabonyo, die wahrscheinlich viele Stunden im staubigen Kellerarchiv zugebracht hat, und Jasmin Ahmling, die uns fleißig fotografiert hat. Übrigens: Die Verteilung der Schülermappen klappte noch wie früher. Einem Namensaufruf von Herrn Grübel folgte stets ein präzises "HIER"!
Dann ging es mit Herrn Dargel zu einem "Schulspaziergang", dessen Höhepunkt der Besuch des Schulturms war. Alle waren begeistert über Altona bei Nacht. Auch ein Unterschied zu früher ...
Zurück im Stadtcafe gab es im Laufe des Abends Gelegenheit zum Essen, dem einen oder anderen Bier und vor allem zu Gesprächen und "Klönschnack".
Uns als "Organisatoren" hat besonders gefreut, dass es eine große Freude und Zufriedenheit über unser Klassentreffen gab. Ich möchte eine Email von Manfred Sander stellvertretend zitieren, der zu unserer Zeit Schulsprecher gewesen ist: "Vielen Dank denjenigen, die sich die Mühe gemacht haben, die alten Herren zusammen zu bekommen. Es war mit Schulbesichtigung, Fotografin, Sekretärin, Schuldirektor und Oberstufenkoordinator eine, verglichen mit meiner privaten Besichtigung vor zwanzig Jahren, sehr würdige Präsentation unserer alten Penne. Erstaunlich und erfreulich, dass alle, die gekommen waren, nach 50 Jahren noch in so guter Verfassung waren. Der Gesprächsdraht war sofort da. Mit einigen hätte ich mich gern auch noch unterhalten. Da Klassensprecher offensichtlich ein lebenslanger Job ist, der nie erlischt, meine Frage: könnt ihr ein Klassentreffen in allerdings deutlich kürzerem zeitlichen Abstand anregen? Euer dankbarer Manfred Sander".
Da selbst 25 Jahre angesichts unseres Alters unangemessen erscheint, wollen wir uns in zwei Jahren treffen. Und damit Frau Nyabonyo sich nicht schon jetzt die Haare rauft, machen wir das in Finkenwerder.
Mit einem Großen Dank an alle in der Schule, die unser Klassentreffen unterstützt haben, will ich natürlich mit einem Zitat schließen: "Es ist sehr berührend, dass es Ihnen bei uns so gut gefallen hat und Sie alle so erfüllt nach Hause gefahren sind. Gymnasium Altona ist einfach eine tolle Schule." Als Zitat kenntlich gemacht, aber von wem stammt es?

Fotos: Jasmin Ahmeling

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