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Erasmus+ Koordinierungstreffen in Venedig

Erasmus+ Koordinierungstreffen in Venedig

Geschrieben von Anja von Seth, ERASMUS+-Koordination am Donnerstag, 03. Dezember 2015

Vom 17. bis 19. November fand in Venedig das erste internationale Koordinierungstreffen für unser Projekt „The Art of Recycling and Reuse“ in Venedig statt. Wie wir berichteten, durfte die Delegation unserer französischen Partnerschule wegen des Ausnahmezustandes in Frankreich nicht daran teilnehmen. Auch unsere Gastgeber des Liceo Benedetti Tomasseo hatten einen Verlust zu betrauern, denn eine ihrer ehemaligen Schülerinnen war unter den Opfern der Terroranschläge von Paris. Angesichts der schrecklichen Ereignisse fühlen wir uns nur bestärkt darin, die internationale Zusammenarbeit unserer Schulen weiter voranzutreiben und unser friedliches und freundschaftliches Verhältnis zu intensivieren.

Neben organisatorischen Arbeitssitzungen in unserer Partnerschule Liceo Benedetti Tomasseo, in denen es noch viele Fragen zu klären gab und der Zeitplan für die nächsten zwei Schuljahre gründlich überarbeitet werden musste, standen in Venedig auch projektbezogene Exkursionen für alle Teilnehmer/innen auf dem Programm. Bei einem Rundgang durch die Schule konnten wir unter anderem auch schon die ersten kreativen Lösungen der jüngeren Schülerinnen und Schüler für die Papiersammlung in den Klassenräumen begutachten.

Die erste Exkursion führte uns auf die Insel Lazzaretto Novo, eine ehemalige Quarantäne- Insel, um die sich Freiwillige des Archaeoclub kümmern, um die Insel vor Verfall und Vandalismus zu schützen. Neben einer sehr umfangreichen Geschichtsstunde erhielten wir vor Ort einen Einblick in die Sammlung und Wiederverwendung von „Keramik-Müll“ zu Zeiten der Venezianischen Republik und Wiederverwendungsstrategien der Österreicher, die die Insel zu militärischen Zwecken nutzten und sie mit Hilfe recycelten Materials zu einer Festung ausbauten.

Der zweite Tag war besonders spannend, denn es stand unter anderem ein Besuch im Männergefängnis di Santa Maria Maggiore auf dem Programm. Nach einem sehr interessanten Vortrag einer ehemaligen Lehrerin unserer Partnerschule, die sich mit anderen Freiwilligen um die Rehabilitierung weiblicher und männlicher Gefangener kümmert, hatten wir die einmalige Gelegenheit, die Kreativwerkstatt des Gefängnisses zu sehen. Dort konnten wir uns mit Insassen austauschen, die aus riesigen gebrauchten PVC-Werbebannern tolle Taschen und Accessoires herstellen. Obwohl man Produkte der Kooperative Malefatte auch im Internet erwerben kann, zogen wir es vor, uns bereits in Venedig einige Taschen zu kaufen. Ebenso beeindruckend war der Outlet Store Banco Lotto n. 10, in dem Mode und Accessoires aus der Werkstatt des Frauengefängnisses verkauft werden. Die sehr exquisiten Produkte werden aus Stoffmustern verschiedener Produzenten sowie aus edlen Brokat-Stoffresten, die keine Abnehmer mehr finden, hergestellt.

Unser letzter Programmpunkt war der Besuch bei den Müllverarbeitungsbetrieben Eco-Recicli und Ecoprogetto, die in Italien als vorbildlich gelten. Wir konnten sehen (und riechen), wie aus Restmüll Brennstoff-Pellets hergestellt werden und wie wiederverwertbare Stoffe getrennt werden, die zuvor von den Bürgern der Region gesammelt wurden.

Am letzten Abend kam das ganze Erasmus-Team noch einmal in der Wohnung einer Kollegin zusammen, wo wir von unseren großartigen Gastgebern köstlich bekocht wurden und Zeit für die vorerst letzten persönlichen Gespräche fanden. Schön war auch, dass Herr Grübel und Herr Sintini (Schulleiter in Venedig, der unsere Schule im letzten Projekt kennenlernen konnte) mehrmals die Gelegenheit hatten, sich auszutauschen.

Nun freuen wir uns darauf, unsere internationalen Partner mit ihren Schülerinnen und Schülern in der Woche vom 04. bis 10. April 2016 bei uns am Gymnasium Altona wiederzusehen!

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