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Quelle: www.fischerverlage.de

"Lyrik nervt" (frei nach Andreas Thalmayr)

Was unsere Abiturienten im Deutschunterricht alles so erleiden müssen.

Geschrieben von am Sonntag, 03. Januar 2016

Das Thema für den Deutschunterricht des 3. Semesters hieß "Poetik und Poesie Robert Gernhardts". Die Schülerinnen und Schüler gingen auf Grundlage der Poetik-Vorlesungen Gernhardts der Frage nach, "was ein Gedicht alles kann". Gernhardts Antwort auf diese Frage lautet: "Alles!"

Davon angestachelt griffen einige Schülerinnen und Schüler aus dem Kurs von Frau Pilscheur selbst zur Feder und brachten ihre Befindlichkeiten etc. in Gedichtform zum Ausdruck. Einige dieser Ergebnisse stellen wir hier vor und wünschen den Schülerinnen und Schülern des diesjährigen Abitur-Jahrgangs bereits an dieser Stelle schon einmal viel Glück für den Endspurt!

Schläft ein Lied in allen Dingen

Schläft ein Lied in allen Dingen?

So lautet ein Kapitel aus Gernhardts Lesung, und er antwortet mit „Ja“

auch aus meinem Mund soll ein Referat erklingen

mit eben diesem als Thema.

 

Nun sitze ich hier am Schreibtisch, es ist schon spät

und es steigt die Frustration

dank Aufschieberei hab ich mal wieder viel zu spät angefangen

das Fachwort hierfür ist Prokrastination

 

Statt Entspannung nach geschafftem Vorabi jetzt nun also dieser Scheiß

Gernhardt, wenn wir uns in ein paar Jahr'n im Himmel sehen, mach ich dir dafür die Hölle heiß!

Dass ich dieses Gedicht nun schreibe ist eigentlich auch eine Art von Aufschieberei

Doch ich denke mir, es fällt zumindest in den Anforderungsbereich 3!

 

Auch dass ein Lied in allen Dingen schläft, sollte hiermit bewiesen sein,

Find ich doch selbst zu so‘ner doofen Schularbeit den ein' oder andren' Reim

Also Frau Pilscheur, geben Sie mir ne gute Note als Lohn

Für eine hoffentlich noch gelungne` Arbeit - trotz Prokrastination.

                                                                                                (Lucas, S3)

 

Heute

Die Schule ist aus,

ich renne nach Haus,

Schnell die Tasche packen

Um es noch rechtzeitig zum Sport zu schaffen.

Kaum zu Haus

Geht es schon wieder raus.

Eine Stunde auf dem Laufband laufen,

dabei jede Menge Wasser saufen.

Fix zurück,

ich gehe fast gebückt-

Kurz auf die Uhr geguckt

Und mich dabei fast am trockenen Brötchen verschluckt.

Mir wird ganz schlecht,

in 10 Minuten muss ich schon wieder weg.

Die Zeit schon vorgerückt,

geht’s nun zum Jobben

keine Zeit mehr da,

um mir eine Suppe zu kochen.

Spätabends dann endlich wieder zu Haus,

ist der Ofen für mich aus.

Müde bin ich geh zur Ruh,

trifft für mich jedoch nicht zu.

Um das Abi zu schaffen,

ist noch dieses Referat zu machen.

Anschließend putz ich noch schnell die Zähne

Und gähne.

Ab ins Bett, die Augen zu, find ich endlich meine Ruh.

                                                                                                        (Juli, S3)

Und es entstanden auch Gedichte auf Grundlage der Auseinandersetzung mit Gernhardts Biografie und seinen sogenannten K-Gedichten, die sich u.a. mit dem Thema Krankheit befassen:

Gehirntumor

Ich weiß gerade auch nicht so genau

Bin doch sonst immer so schlau 

Doch heut ist mein Kopf ein leeres Meer 

Nicht(s) ist einfach, alles schwer

Blöd ist's, doch ab heut wohl ich.

(Ayla, S3)

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