« zurück zur Übersicht
Geschichtsunterricht in Berlin

Geschichtsunterricht in Berlin

Geschrieben von Ana Willmann, S3 (Kulturwelten) am Freitag, 30. Dezember 2016

Am Montag, den 19.12.2016, besuchten die Profile der S3 Mensch, Materie und Technik sowie Kulturwelten, im Rahmen einer eintägigen Exkursion, die Ausstellung „Topographie des Terrors“ und das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in Berlin.

Diese Gedenkstätte erschien uns sehr beeindruckend, da man von außen nicht hinein sehen kann und sich die großen, grauen Steinquader wie eine bedrohliche Mauer auftürmen. Wagt man sich jedoch vorsichtig in die symmetrische Anordnung hinein, kann man sich nicht darin verstecken und fühlt sich ausgeliefert und schutzlos. Ob die Steine Gräbern nachempfunden sind, oder das Grau an die Asche der Ermordeten erinnern soll, ist nicht klar. Das Denkmal ist auf jeden Fall sehr eindrücklich gestaltet und bietet Raum zum Nachdenken.

Das zweite Ziel unserer Reise war die Ausstellung, die sich unweit des Potsdamer Platzes im Gebäude der ehemaligen Zentralen der Gestapo und der SS und des „Reichssicherheitshauptamtes“ befindet. Von diesem Ort aus wurden während des dritten Reiches die Verbrechen der Nazis geplant, koordiniert und befohlen. Es ist ein Ort der Täter, befanden sich hier nicht nur die Schreibtische von beispielsweise Himmler und Heydrich, sondern auch das Gestapo-Hausgefängnis.

In der kostenlosen und umfangreichen Ausstellung wird auf die Planung und Lenkung der NS-Verbrechen eingegangen und die zu jener Zeit „normale“ Mentalität der Gesellschaft präsentiert, in der sich die Deutschen zwischen Propaganda, Alltag und Terror befanden. Außerdem wird die - leider erschreckend kleine Anzahl - der Offiziere und Schreibtischtäter vorgestellt, die nach 1945 eine Strafe erhielten. Viele nationalsozialistische Funktionäre wurden kaum oder gar nicht belangt und konnten später sogar weiterhin Berufe z. B. bei der Polizei ausüben.

Die Ausstellung ist mit Infotexten, Videos, Zitaten, Flugblättern und Zeitungsausschnitten von damals etwas wirr, aber sehr interessant gestaltet. Auch die beiden kleineren Nebenausstellungen über Massenerschießungen und über Stolpersteine sind einen Besuch wert.

Nachdem wir noch kurze Vorträge von drei Mitschülern über das Brandenburger Tor, den Bundestag und das Mahnmal gehört hatten, machten wir uns, mit Berliner Falafel gestärkt, auf den Heimweg. Die Fahrt zurück nach Hamburg konnten wir prima nutzen, um uns über das Gesehene auszutauschen, oder schon mal mit der Liste mit guten Vorsätzen für 2017 anzufangen :)

Insgesamt erlebten wir einen sehr gelungenen, abwechslungsreichen Tag und können diese Art von Geschichtsunterricht auf jeden Fall empfehlen!  

Download Free Premium Joomla Templates • FREE High-quality Joomla! Designs BIGtheme.net