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Weißt du eigentlich, wer für deine Jeans leidet?

Weißt du eigentlich, wer für deine Jeans leidet?

Geschrieben von Lilian Danielsen am Dienstag, 19. Dezember 2017

Wie du bestimmt weißt, ist die Billig-Textilherstellung in ärmeren Ländern ein großes Problem. Die ArbeiterInnen, unter ihnen auch viele Kinder, arbeiten unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen, da die Hersteller so günstig wie möglich produzieren wollen. Um dies zu ermöglichen, haben die ArbeiterInnen kaum freie Tage, werden nicht ausreichend bezahlt und müssen massig Überstunden leisten.
Außerdem befinden sich die Fabriken häufig in schlechten Zuständen, für Dinge wie Brand- oder Gesundheitsschutz wird nicht ausreichend gesorgt. Wir wollen dir das Problem an einer Fabrik in China erläutern. Dort arbeiten viele Menschen an der Produktion von Jeanshosen. Viele von ihnen sind minderjährig, einige sogar unter 16. Um arbeiten zu können besitzen sie gefälschte Pässe. Ihre Arbeit beginnt um 8:00 Uhr morgens, gearbeitet wird bis die vorgegebenen 3000 Stück angefertig sind. Und das jeden Tag, sieben Tage die Woche. Den gesetzlich vorgegebenen Ruhetag bekommen sie nicht, und von den durchschnittlichen 44 Arbeitsstunden in der Woche sind sie ebenfalls weit entfernt.

Wenn Überstunden geleistet werden müssen, da die Produktion im Verzug ist, beginnen diese um 7:00 Uhr morgens und gehen bis zwei oder drei Uhr nachts, manchmal sogar bis in den Morgen hinein. Teilweise bekommen die ArbeiterInnen nur zwei Stunden Schlaf. Auch der Lohn liegt unter der gesetzlichen Grenze.

In China gibt es keinen staatlich festgelegten Mindestlohn, er wird von den Regionalverwaltungen festgelegt. Der niedrigste Wert liegt bei umgerechnet 1,29 € pro Stunde. Eine der Arbeiterinnen, die sich um das Entfernen der überflüssigen Fäden kümmert, verdient "etwa einen halben Juan". Das sind sechs Cent. Eine der Reißverschlussnäherinnen verdient "wenn es gut läuft" das Doppelte. Doch beides liegt noch weit unter dem Mindestlohn. "Eine Fabrik, die angemessene Ruhezeiten und Löhne gewährt, ist nicht konkurrenzfähig. Die großen Marken fordern so niedrige Preise, dass die Fabriken gegen die Arbeitsstandards verstoßen müssen." - aus Micha X. Peleds Film China Blue

Das ganze Jahr über leben die ArbeiterInnen in der Fabrik, wer das Fabrikgelände verlässt, bekommt etwas von seinem eh schon zu geringen Lohn abgezogen. Sie leben mit vielen Leuten auf kleinstem Raum, für einen Großteil der Nahrung zahlen sie selbst. Neujahr ist der einzige Zeitpunkt, an dem die ArbeiterInnen die Möglichkeit haben, zu ihren Familien zu fahren. Jedoch nur, wenn sie genügend Geld aufbringen können, um die oft zwei oder dreitägige Reise zu finanzieren. Viele von ihnen können sich dies nicht jedes Jahr leisten.

Viele ArbeiterInnen sind trotz der schlechten Arbeitsbedingungen auf die Arbeitsplätze angewiesen. Sie unterstützden damit ihre Familien, weshalb bereits Kinder von zuhause fort gehen, um zu arbeiten.

Auch wenn dieses Problem gewaltig ist, da sich viele Menschen weiterhin darauf einlassen werden, gibt es ein paar Lösungen oder Möglichkeiten der Besserung. Auch du kannst gegen dieses Problem ankämpfen. Du kannst fair produzierte Ware bei zum Beispiel Hessnatur kaufen, welche das GOTS-Siegel tragen. Du kannst Kleidung bei Slowmo kaufen, die aus biologisch angebauter Wolle besteht, und somit das Leiden der Arbeiter durch giftige Stoffe verhindert. Slowmo produziert in Deutschland und unter guten Arbeitsbedingungen. Du kannst auch im Avocadostore, der größten Onlineplattform für fair produzierte Ware in Deutschland, die ein großes Sortiment an Kleidung anbietet, kaufen. Du kannst zum Beispiel auch bei Terre des Hommes spenden oder mit dir eine Verabredung treffen, dass du, wenn du nicht die Möglichkeit hast fair zu kaufen, pro Kleidungsstück, das du kaufst, einen Betrag spendest.

Wenn man pro Kleidungsstück 12ct mehr bezahlen würde, würden die ArbeiterInnen 50€ mehr im Monat bekommen.
Also: Selbst, wenn du nur einen kleinen Beitrag leistest, hilfst du!

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