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Amerika 1
Foto: www.flickr.com/photos/charlotteshj (CC BY-NC-SA 2.0)

Amerika 1

Ausflug ins Auswanderermuseum Ballinstadt

Geschrieben von Nick, 7b am Dienstag, 28. April 2015

Gedrängel, Geschubse und überall hektisch durcheinander laufende Kinder, die auf gar keinen Fall zu spät kommen möchten, und in all dem Getümmel die 7b. Unsere Klassenlehrerin versucht, uns mit wilden Handbewegungen zusammenzurufen, um uns zu zählen. „Alle da?“, fragt sie. „Wenn ihr euren Namen hört, ruft ja.“ Als sie sich dann sicher ist, dass alle da sind, können wir endlich los.

Kaum sind wir in der Ballinstadt angekommen, verteilen wir uns wie ein Schwall Wasser überall im Raum.

Hier stehen Glaskästen mit allerlei altem Kram. Hier ein Labello, dort eine Packung Pflaster. Wir werden zusammengerufen und versammeln uns an einer großen Glasplatte im Boden, unter der ein Modell der Ballinstadt zu sehen ist. Eine Frau hält einen gut einstudierten Vortrag darüber, was in jedem einzelnen Gebäude passiert ist. Sie sagt: „In dem Gebäude, in dem wir uns befinden, haben früher bis zu achthundert Leute geschlafen!“

Danach werden wir in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe bekommt eine sogenannte Spielkarte, mit der man zu bestimmten Automaten gehen kann, die sich in jedem Raum befinden. Die 7b ist kaum aufzuhalten, alle wollen das sofort im ersten Raum ausprobieren. Doch vorher bekommt jeder von uns noch einen Aufgabenzettel, den es zu bearbeiten gilt.

Als nächstes solle sich jeder eine der Puppen aussuchen, die direkt rechts von uns seien, sagt die Frau und verabschiedet sich von uns. Diese Puppen, so hatte sie gesagt, sollten wir auf ihrem Weg nach Amerika begleiten. Neben jeder Puppe steht ein Kasten mit einem Lautsprecher, der die jeweilige Geschichte erzählt. Meine Puppe erzählt, dass sie auswandern will, weil sie zu wenig Geld hat und es heißt, dass man in Amerika nur fleißig arbeiten müsse, damit man gut leben kann.

Jetzt dürfen wir endlich das Spiel ausprobieren. Bei dem ersten Automaten muss einer aus unserer Gruppe seinen Kopf in einen Kasten stecken, damit ein Foto gemacht werden kann. Im nächsten  Raum erfahren wir unter anderem, dass sich die Auswanderer auf dem Weg nach Hamburg (Abfahrtsort der Überseeschiffe) nur in den seltensten Fällen einen Flug oder eine Fahrt mit dem Auto (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist eigentlich eine Fahrt mit der Kutsche oder der Eisenbahn, es geht schließlich um das ausgehende 19. Jahrhundert ; )) leisten konnten; die meisten gingen zu Fuß. In diesem Raum stehen überall Koffer und Flaschen.

Danach geht es in einen großen Glaskasten mit einem Teil eines Schiffs, das in knöchelhohem Wasser steht. Man erreicht es über einen hölzernen Steg, der direkt seitlich in das Schiff führt. Im Inneren des Schiffs sind Nachbauten der unterschiedlichen Kabinen. Es gibt drei verschiedene Kategorien: Die beste und teuerste heißt Luxus und kostet 400 Mark, danach kommt noch die Zweite Klasse für 230 Mark und als billigstes noch das Zwischendeck für achtzig Taler Preußische Courant. Das Zwischendeck besteht aus einem dunklen und stinkenden Raum, in dem ein Doppelbett neben dem anderen steht, so dass nur noch ein schmaler Weg in der Mitte bleibt.

Auf der anderen Seite des Schiffs ist ein weiterer Steg, der die Ankunft in Amerika darstellen soll.

Im anschließenden Raum warten dann die Freiheitsstatue und unter der Decke hängende Flaggen der Heimatländer der Einwanderer. Als letztes muss man noch wie die Einwanderer die „Fünf Fragen“ beantworten, unter anderem, ob man vorhabe, in Amerika zu arbeiten und ob man krank sei. Erst dann darf man als Einwanderer in Amerika leben.

Draußen versammelt sich schließlich die 7b vor dem Museum und wir werden wieder gezählt, bevor wir den Heimweg antreten dürfen.

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