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Internationale Erasmus+ Woche am Gymnasium Altona

Geschrieben von Anja von Seth, Erasmus+ Koordination am Sonntag, 17. April 2016

Nach monatelanger Vorbereitung und großer Vorfreude fand vom 4. bis 8. April die internationale Erasmus+ Woche an unserer Schule statt, in der sich im Rahmen unseres von der EU geförderten Projekts „The Art of Recycling and Reuse“ alles um das Thema Müll, Müllvermeidung, Recycling, Wiederverwertung und Upcycling drehte.

Von unseren Partnerschulen aus Italien, Frankreich und Spanien waren 8 Lehrkräfte und 16 Schülerinnen und Schüler zu Gast, die von unseren Altonaer Familien herzlich aufgenommen wurden.

Nachdem alle Delegationen persönlich am Flughafen empfangen worden waren, begann die Woche mit einem kleinen Begrüßungsfestakt in der Aula, zu dessen Gelingen besonders die musikalischen Beiträge unseres Orchesters und des Chors der 5. Klassen beitrugen. Für die Gäste aus Venedig und Putignano war dies etwas ganz Besonderes, da an ihren Schulen kein Musikunterricht stattfindet.

Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten der Schule und einem eTwinning Workshop (Online Plattform für europäische Schulprojekte) standen Exkursionen zu einem Recyclinghof und dem „Stilbruch“ Kaufhaus auf dem Programm, wobei nicht nur unsere ausländischen Gäste etwas dazu lernen konnten. In den folgenden Tagen besuchten wir den Energieberg Georgswerder (ein 40 Meter hoher Müllberg aus Zeiten des Wirtschaftswunders und heute eine moderne Energiegewinnungsanlage), die Hanseatische Materialverwaltung im Oberhafen (wo alles gesammelt, verliehen und verkauft wird, was nach Messen, Theater- und Filmproduktionen auf dem Müll landen würde), kleine Upcyclingbetriebe in Ottensen sowie das Remida Recycling Centro, wo wir uns mit unzähligen Produktionsabfällen aus Industrie und Handwerk für unseren künstlerischen Workshop eindecken konnten.

Für den Mittwoch hatten wir uns im Rahmen der Aktion „Hamburg räumt auf“ zum Müllsammeln angemeldet, wobei uns die Klassen 5c und 5e tatkräftig unterstützten und unseren Reinigungstrupp auf über 100 Leute anwachsen ließen. Mit Handschuhen und Tüten ausgestattet säuberten die Jüngeren die Parks in der näheren Umgebung unserer Schule, während die Erasmus+ Gruppe sich bei Niedrigwasser den Övelgönner Elbstrand vornahm. Nach einem Mittagimbiss in der Strandperle untersuchten wir unsere „Beute“ und stellten fest, dass neben diversen skurrilen Fundstücken vor allem Plastikmüll am Gewässerrand und am Strand aufgesammelt wurde.

Wie schon bei unseren früheren europäischen Schulprojekten sind selbstverständlich auch Präsentationsphasen fester Bestandteil einer internationalen Woche. Sie bieten einen guten Überblick darüber, welche Projektabschnitte an den jeweiligen Schulen bereits abgeschlossen, noch in Arbeit oder geplant sind, geben Anregungen für die weitere gemeinsame Arbeit und werden ausschließlich von Schülerinnen und Schülern aller Partner auf Englisch gestaltet.

Es war sehr spannend zu erfahren, was wir alle schon erarbeitet, erforscht und erprobt haben: Anlegen und Pflege eines Öko-Schulgartens, die Kunst des Kompostierens, Omas Hausmittel statt Medikamentenkonsum, Plastik im Meer, Schrott im Weltraum, Kunst aus Schulmüll, Film- und Theaterproduktionen, STOMP Musik mit Müll, kreatives Schreiben, recycelte Gedichte, Elektroschrott und die Folgen für Mensch und Umwelt, eine schulinterne Online-Tauschbörse, diverse Spendenaktionen für soziale Projekte und vieles mehr.

Rechtzeitig zur internationalen Woche konnte auch unser „Müll-Monster“ aus Plexiglas im Foyer aufgebaut werden, in dem in regelmäßigen Abständen der Müll, den wir in der Schule produzieren und der bisher „unsortiert“ in den Restmüll wandert, für alle sichtbar gemacht werden soll. Wir hoffen, dass nach Einführung der Mülltrennung in allen Räumen der Schule der Restmüllberg deutlich schrumpfen wird. Die Erstellung der Plexiglasbox wurde freundlicherweise unterstützt von expresszuschnitt.de.

Der abschließende und kreative Höhepunkt unserer Aktivitäten war die gemeinsame Arbeit an unserer Kunstinstallation, die im Foyer des Hauptgebäudes zu sehen ist. Mit mehr als 40 Personen aus 4 Ländern wollten wir aus Industrieabfällen etwas erschaffen, das auf die äußerst problematische, durch den Menschen verursachte Verschmutzung der Meere aufmerksam macht.

Wir freuen uns sehr, dass die Installation bisher von Vandalismus verschont geblieben ist und hoffen, dass sie noch eine ganze Weile zum Nachdenken anregen wird.

Insgesamt blicken wir auf eine zwar zeitweise anstrengende, aber sehr anregende und gelungene internationale Woche zurück, in der nicht nur inhaltlich gearbeitet wurde, sondern in der unsere Gäste auch unsere Kultur und unser Schulsystem näher kennenlernen konnten.

Besonders hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass alle beteiligten Schüler/innen 7 Tage lang in mindestens einer Fremdsprache miteinander kommunizieren mussten und viel dabei gelernt haben. Wenn unsere Schüler/innen plötzlich nur noch Englisch mit ihren Lehrern sprechen, auf Englisch träumen und sogar im eigenen Land ihr Essen auf Englisch bestellen, dann wissen wir: Wir haben alles richtig gemacht!

Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieser Woche beigetragen haben!

Fotos: privat

 

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