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Zurück von den Azoren!
Foto: Lioba Schwenke

Zurück von den Azoren!

Bericht von der Forschungsexpedition auf die Azoren

Geschrieben von Lioba Schwenke (S3) am Freitag, 02. Oktober 2015

Mitte Juni ging es für zwei Wochen auf die Azoreninsel Pico. Für mich erfüllte sich damit ein riesen Traum. Ich war eine von zwölf Forschungsteilnehmern, die an der Forschungsexpedition der Organisation MasterMINT auf die Azoren teilnahm. Aufmerksam auf die Organisation MasterMINT bin ich bereits vergangenes Jahr geworden, als meine Biologielehrerin mir ein Informationsblatt aushändigte, auf dem von verschiedenen Projekten für Schüler die Rede war.

Die Organisation MasterMINT ist ein Bildungskonzept des Instituts für Jugendmanagement (kurz IJM), das zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft an der Ausbildung des künftigen Nachwuchses in den naturwissenschaftlichen Bereichen arbeitet. MINT steht dabei für die einzelnen Bereiche: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Ingenieurswesen. MasterMint ermöglicht es, Kindern und Jugendlichen einen Einblick in die MINT-Bereiche zu vermitteln und diese selbst zu erleben - durch Exkursionen, Bildungsreisen oder Expeditionen.

Ich habe mich nach einiger Recherche für die Forschungsexpeditionen entschieden und aufgrund meines Interesses an der Meeresbiologie für die Azoren entschieden. Diese Expedition mit dem Schwerpunkt Wal- und Delfin-Forschung erschien mir, wie für mich gemacht. Außerdem wurden die Themengebiete Flora und Fauna, Mensch-Kultur-Sprache und Klima und Vulkanismus untersucht.

Nach meiner Bewerbung habe ich freiwillig an dem Vorbereitungsseminar teilgenommen, bei dem ich die Gelegenheit bekam, Näheres über die Expeditionen zu erfahren und den nötigen Rettungsschwimmernachweis zu erlangen. Dies war für mich sehr interessant und vor allem hilfreich, denn bei der Akquisation von Drittmitteln muss man einiges beachten. Obendrein habe ich dort gelernt, an welche Firmen, Organisationen oder Stiftungen man sich richten kann.

Dann ging alles ganz schnell, ich machte noch meine letzten Besorgungen und schon hieß es für mich, Hamburg für 14 Tage zu verlassen. Mein erstes Ziel war Heidelberg. Dort sollte ich zum ersten Mal auf meine Mitstreiter treffen. Ich war total gespannt und mit voller Vorfreude ging es nach einem Kennenlernen zum Frankfurter Flughafen. Von da aus nach Lissabon und dann auf die Azoreninsel „Pico“.

Auf den Azoren angekommen, quartierten wir uns in der Jugendherberge ein und begannen mit der Forschungsarbeit. Mit festgesteckten Zielen und Methoden fingen wir unsere Arbeit an und erhoben fleißig Daten. Dafür fuhren wir täglich aufs Meer hinaus, beobachteten die Wale und Delfine im Hinblick auf verschiedene Merkmale und ihr Verhalten und versuchten, hinzukommend Daten für die anderen Themenbereiche zu erheben.

Beobachtungsbogen

An zwei Tagen unternahmen wir spezielle Exkursionen: Einmal ging es auf den Berg „Ponta do Pico“ und das andere Mal in die „Lava-Tubes“ des Naturschutzsreservates. An einem der letzten Tage unternahmen wir den Tagesausflug auf den Vulkanberg „Ponta do Pico“. Er begann aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse anders als geplant erst um 12:00, sodass wir für Auf- und Abstieg nur sechs Stunden maximal Zeit hatten. Wir bahnten uns den Weg auf den Berg und stellten fest, dass das Gelände schwieriger zu erklimmen war als vermutet. Dennoch hatten wir in unserer Gruppe einen Heidenspaß und unterstützten uns gegenseitig. Beim Aufstieg nahmen wir auch die Temperaturunterschiede der verschiedenen Höhenmeter auf und notierten, wie sich die Vegetation veränderte. Die Strecke war mit kleinen Pfeilern markiert, die nummeriert waren. Es gab bis zum Kraterrand 45 Stück, allerdings schafften wir es nur bis zum Etappenpunkt 32, da uns erneute Wetterfronten trafen. Neben Regen kam noch Nebel hinzu, der eine klare Sicht verhinderte und uns zum langsamen Abstieg zwang. Unten angekommen, waren alle geschafft, aber sehr glücklich und stolz auf die eigene Leistung.

Die letzten Tage verbrachten wir mit dem Sammeln der restlichen Daten und der Auswertung der erhobenen Daten. Hierfür teilten wir uns in kleine Gruppen auf. Ich war nun fest in der Gruppe der Wal- und Delfinforschung und begann mit meinen Kolleginnen die endgültige Auswertung in Tabellen und wir schrieben ein Fazit.

Zusammenfassend kann ich dieses Erlebnis nur weiterempfehlen. Diese einzigartigen Momente und wundervollen Eindrücke prägen mich immer noch und haben mich in meinem Berufsziel gestärkt. Ich weiß nun, dass das wissenschaftliche Arbeiten das ist, was ich machen möchte. Ich werde weiterhin mein Ziel verfolgen, Biologie zu studieren und in der Forschung tätig zu werden. Ich lege es jedem nahe, eine solche Erfahrung zu machen. Man bekommt nicht nur die Gelegenheit, das wissenschaftliche Arbeiten kennenzulernen, sondern viel mehr eine Chance, außerhalb der Schule Interessenfelder auszubauen oder festzustellen, dass man doch lieber etwas anderes machen würde. Aber vor allem hat man hinterher etwas in der Hand, an dem man selbst mitgewirkt hat, und lernt, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu arbeiten. Diese Momente werde ich nie vergessen!

Die Wale und Delfine sind so besonders und mitreißend, dass ich persönlich mich nur noch mehr darin bestätigt fühle, ihren Lebensraum genauso schützen zu müssen wie die Tiere selbst.

Fotos von Lioba Schwenke und ein Beobachtungsbogen für Meeressäuger.

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