« zurück zur Übersicht
Mein erster Tag im

Mein erster Tag im "Saftladen"

Geschrieben von Anja, Saftladen-Mutter am Mittwoch, 04. Oktober 2017

Freitag, 8.00 Uhr morgens - ich betrete den Saftladen und staune nicht schlecht, was Caro um diese Uhrzeit schon alles fertig hat. „Wozu werden ich und die 3 anderen Mütter bitte jetzt noch gebraucht? Es ist doch alles schon gemacht!!“, frage ich mich.

Aber keineswegs, der Obstsalat muss geschnibbelt und die Tomate-Mozzarella Brötchen müssen vorbereitet werden, die Brezeln sind mit Käse zu belegen und dann auf den Ofenblechen zu verteilen, auch gilt es, die vielfältigen Variationen der zu überbackenen Brötchen vorzubereiten, das Müsli in die Becher zu portionieren und noch vieles andere mehr zu erledigen.  

An diesem Tag sind wir mit 4 komplett „neuen“ Müttern im Saftladen und müssen alle von Caro angeleitet bzw. eingearbeitet werden. „Ist das nicht viel zu viel?“, höre ich Frauke (auch neu) mit Blick auf all die Köstlichkeiten fragen, und denke das Gleiche.

Es wird 9.30 Uhr und die ersten „Kunden“ lassen sich blicken und drängen an die Theke. Schon keine 5 Minuten später geht die Schlange bis zum Flur. So, jetzt geht’s los. Ich denke: „Hoffentlich kriege ich das hin!“ ... und mir gehen gleichzeitig diverse Fragen durch den Kopf: „Was kostet nun wieviel für die Schüler und wieviel für die Lehrer?“ – „Wie kann ich Lehrer und Oberstufenschüler unterscheiden?“

Das alles ist manchmal nicht so einfach und eine echte Herausforderung für mich, doch zum Glück gibt es ja Preislisten und hilfsbereite SchülerInnen! Es geht Schlag auf Schlag, die Zeit der ersten Pause vergeht wie im Flug und in Null-Komma-Nix ist der Ansturm vorbei. Ich schaue auf die Bleche und Tabletts: Wie abgegrast, gähnende Leere!

Jetzt trinken wir erstmal einen Kaffee, aber nicht zu lange, denn nun muss alles für die nächste Pause vorbereitet werden. Wieder Brezeln auf die Bleche legen und mit Käse belegen. Franzbrötchen auch auf’s Blech. In der Küche kurz „klar Schiff“ und alles sauber machen, die Sitzplätze bzw. Tische wischen, benutzte Teller einsammeln und Tische und Stühle wieder gerade rücken. In der zweiten Pause gibt es neben den Brötchen und Brezeln auch Süßigkeiten und Kratzeis, ich bin gespannt.

Um Punkt 11.30 geht’s dann wieder los. Der Ansturm auf die Franzbrötchen, Schaumküsse und das Kratzeis beginnt. Die Kinder scheinen mir richtiggehend „unterzuckert“ zu sein (geht das überhaupt???), so sehr stürzen sie sich auf die Süßigkeiten und mir wird klar, wie sinnvoll es ist, dass Süßes erst nach dem Mittagessen angeboten wird.

Aber auch Müsli und Obstsalat sind noch sehr gefragt, und ich kann es kaum glauben: Schon eine halbe Stunde später ist wirklich alles wieder leergefegt und die letzten Kinder ziehen lange Gesichter, als ich ihnen mitteilen muss, dass es für sie leider kein Kratzeis mehr gibt. Einige würden jetzt wirklich alles für einen bloßen Zuckerwürfel geben! Zum Glück zaubert Caro dann noch eine Packung Honigwaffeln von irgendwo her und die Kinder strahlen.

So langsam neigt sich mein erster Arbeitstag im Saftladen dem Ende zu. Ich bin zwar kaputt, aber sehr zufrieden. Die Arbeit hat Spaß gemacht und ich konnte – nur in diesen wenigen Stunden schon – feststellen, welch großen Stellenwert der Saftladen bei allen Schülern und Schülerinnen am Gymnasium Altona hat. Außerdem fand ich unsere Schüler und Schülerinnen ausnahmslos freundlich, sie haben sich durchweg sehr ordentlich benommen, was ich so erst mal nicht erwartet hatte, ein großes Lob von mir!

Ich bin begeistert, auch von dem Team „hinter dem Tresen“ und werde auf jeden Fall weitermachen.

Fotos: privat
Download Free Premium Joomla Templates • FREE High-quality Joomla! Designs BIGtheme.net