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Lyrikabend mit Mirko Bonné

Lyrikabend mit Mirko Bonné

Geschrieben von Felix Brüggemann (S3) am Sonntag, 25. Oktober 2020

Am 22.10. trafen sich der Deutschkurs von Herrn Schmerkotte sowie der von Frau Pilscheur, der zusätzlich zu Gast war, in der Aula im Oberstufengebäude. Endlich sollte die Veranstaltung mit dem deutschen Dichter Mirko Bonné, die schon für das Frühjahr geplant war, dann aber Corona-bedingt ausfallen musste, nachgeholt werden. Zum Glück konnte dies geschehen und die Veranstaltung trotz einiger Sicherheitsmaßnahmen wie geplant stattfinden.

Mirko Bonné selbst, der übrigens eine eigene Internetseite besitzt (http://mirko-bonne.de/) machte nach einer kurzen Anmoderation eines Schülers die Eröffnung, indem er aus neuen und älteren seiner zahlreichen Gedichtbände vorlas. Was auffiel, war dabei der düstere und autobiographische Charakter vieler seiner Werke, die er in entsprechend ernstem Ton vorlas. Die Gedichte besaßen außerdem kaum Reime, was zusammen betrachtet verdeutlicht hat, dass Lyrik nicht immer streng poetisch und stimmungsvoll sein und klingen muss. Oftmals dient sie lediglich zur Dokumentation von bemerkenswerten Ereignissen oder entspringt bloß einer einzigen Zeile, die der Dichter in der Zeitung gelesen hat. Insofern war es interessant und aufschlussreich zu hören, wie der Dichter seine eigenen Gedichte überhaupt laut vorliest, anstatt die Werke nur wie üblich im Kopf zu lesen.

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Im Anschluss daran präsentierte er das Lied “Carissa” von Sun Kil Moon, welches ihm wegen seiner Art, Gefühle “unverschleiert” auszudrücken, sehr am Herzen liege. Seine eigenen Texte besitzen einen ähnlichen Charakter, sodass die Musik ein wichtiges Medium zur Inspiration für den 55-jährigen Lyriker zu sein scheint. Erneut zeigte sich, dass es allem Anschein nach verschiedenste Arten von Dichtern mit diversen Schreibstilen und Inspirationsquellen gibt und nicht nur Goethe oder Schiller. Aus genau diesem Grund fand ich den Abend ansprechend und lehrreich, was vielen Schülern wohl genauso ging. Die Beteiligung in der abschließenden Fragerunde war hoch; zu Bonnés Antworten wurden oft weitere Nachfragen gestellt.

Vorher gab es jedoch noch einige weitere Stationen, nämlich die Verlesung einer Interpretation zu einem von Bonnés Gedichten von mir selbst, eine Art Wettbewerb der Spontandichtung unter Gruppen von Schülern, die von Mirko Bonné bewertet und auch gelobt wurden, sowie einige gezielte, vorher von Schülern entworfene Fragen, die beispielsweise offenbarten, dass Bonné kein großer Freund von Goethe ist und es durchaus andere Dichter gibt, mit deren Schreibstil oder Inhalt er nichts anfangen kann. Insofern bestanden auch ein Lerneffekt und die Möglichkeit der aktiven Beteiligung.

An dieser Stelle sollte außerdem gesagt werden, dass der Abend fast gänzlich von Schülern moderiert wurde und die verschiedenen Herausforderungen, vor die Mirko Bonné und das Publikum gestellt wurden, von ihnen ausgedacht und umgesetzt wurden.

Alles in allem ein beeindruckender Abend, der geeignet war, das Abiturthema “Lyrik” um einiges greifbarer und für einige sicherlich auch attraktiver zu machen.

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